Armuts- und Reichtumsbericht 2013 lässt ein UN BRK Verständnis von Behinderung vermissen

Das BMAS hat den vierten Armuts- und Reichtumsbericht veröffentlicht, der berechtigterweise von verschiedenen nicht-staatlichen Akteuren, wie dem paritätischem Wohlfahrtsverband wie, stark kritisiert wird.

In Bezug auf den Einfluss von Behinderung auf die Lebenslagen enthält der Bericht eine Reihe von Erwähnungen. Diese betreffen allgemeine Aspekte, den Bereich der Einkommenssicherung und die Aufzählung von bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung. Der Bericht geht im Detail auf die Aspekte Einkommenssituation, schulische Teilhabe, berufsfördernde Maßnahmen und generelle Unterstützungsmechanismen für Menschen mit Behinderung ein. Eine erste Internetschau lässt die Perspektive von Behinderung vermissen.

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Wie gründet man ein Integrationsunternehmen VII: Tag X

In Berlin wurde am 4. Oktober 2011 das Inklusionsunternehmen „INKABB Router“ gegründet. Das Inklusionsunternehmens „gemeinnützige INKABB Router Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ (Seite im Aufbau). Der Gegenstand der Gesellschaft ist:

die berufliche Qualifizierung und Integration von Menschen mit Behinderungen und Hilfsbedürftige im Sinne des §53 Nr. 1 und 2 Abgabenordnung sowie deren soziale Unterstützung und Betreuung im Rahmen des Eingliederungsprozesses und in Belangen des täglichen Lebens.
Die Gesellschaft setzt sich ein für die Belange der o.g. Zielgruppen und unterstützt sowie führt selber Aktivitäten durch, die die Benachteiligung dieser Personengruppen verhindern oder positiv verändern.

Als nächste Schritte werden die Aktivitäten von INKABB Router schrittweise aufgebaut und die letzten administrativen Schritte unternommen.

So long…

Wie gründet man ein Integrationsunternehmen VI: Es geht langsam voran

Die Gründung eines neuen Integrationsunternehmens in Berlin und Brandenburg für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nimmt langsam Form an. An verschiedenen Baustellen findet gerade intensive Arbeit statt, um bis Ende Oktober 2011 das erste wichtige Ziel der Gründung einer Mini GmbH erreicht zu haben:

  • In langen Gesprächen mit einzelnen Vertreter/innen von Bildungs- und Qualifizierungsträgern wurde das Unternehmen vorgestellt. Viele Fragen, wie die Arbeit genau aussehen wird konnten nicht ausreichend beantwortet werden, alleine aus dem Grund, dass diese für Berlin und Brandenburg bisher noch nicht gemacht wurden. Es wird immer deutlicher, dass es sich hier um kein Integrationsunternehmen sondern ein Inklusionsunternehmen handeln wird, dass sozialräumlich angelegt ist und auf den Ebenen Bildung, Wirtschaftsunternehmen, Eingliederung aus den WfbM und als Integrationsunternehmen handeln wird.
  • Es laufen bereits erste Gespräch mit Unternehmen, die interessiert sind Menschen mit Behinderung im Router Ansatz zu beschäftigen. Das hebt den Druck auf die Handlungsfähigkeit und führt zu einem beschleunigtem Vorgehen.
  • Eine der sichtbarsten Überlegungen für das Integrationsunternehmen ist der Name. Er soll einen Bezug zu der Region haben, aber auch der schnittstellenorientierte Ansatz soll herauskommen. Daher wird der zukünftige Name „Berlin Brandenburg Router“, in der Kürze „BB–Router“ sein.
  • In der Gesprächen mit dem Finanzamt liegt gerade die dritte überarbeitete Version zum Gespräch vor. Bis zum Ende dieser Woche wird eine Rückmeldung erwartet.
  • Der für die Gründung notwendige Kontakt zu einem Notar wurde hergestellt und auch die Gespräche mit eventuellen Banken sind gelaufen. Sobald das Finanzamt den Gesellschaftervertrag für gut befindet, ist die Gründung nur eine Formalität.
  • Seit Mai wurden alle wichtigen Gespräche auf Behördenebene geführt, die alle durchweg positiv waren. Klar ist, dass das Unternehmen Mindestanforderungen erfüllen muss, besonders für das Modul integrative Arbeitnehmerüberlassung. Hier sollte idealer Weise der Mindestlohn erreicht werden, der in der einzelnen Branchen gefordert wird.
  • Die Anschubsfinanzierung ist ein großes Thema. Es werden zwei Anträge an Stiftungen gestellt werden, die in den ersten Jahren die Aufnahme der Arbeit ermöglichen werden, bevor sich das Integrationsunternehmen selbst trägt.

Auch wenn die Gesellschaftsform steht wird es dauern, bis die ersten Mitarbeiter qualifiziert oder beschäftigt werden. Eine wichtige Vorbedingung ist eine Finanzierung für die Aktivitäten aber auch die Suche nach geeigneten Mitarbeiter/innen, die das Jobcoaching und auch die Verwaltung mit übernehmen können. Bis diese Schritte erreicht sind, wird es wahrscheinlich Februar oder März 2012 sein.

So long….

Bildung inklusiver Indikatoren für Beschäftigung

Dieser Beitrag ist aus pragmatischen Gründen im Rahmen einer Studie auf Englisch.

Creation of inclusive indicators for employment

The UN CRPD marks a major shift in international law for persons with disabilities. It promotes a rights-based approach and a social model approach for the inclusion of persons with disabilities. Still it stays at a rather abstract level and has to be translated into practical tools. This short essay tries to explain how to create indicators for the area of employment in the context of international cooperation.
One way to „translate“ the UN CRPD into indicators building on a rights based approach. Indicators are a way to describe certain characteristics in the social environment to make them measurable. In a certain way they define the characteristics of how it can be detected and measured.

Main objective of employment

The UN CRPD demands that persons with disabilities are included in all areas of social life. Employment is a major element in the participation and inclusion in social life. The UN CRPD demand that legal instruments and measures should have the main objectives of instruments and measures shall be to

  • enable and promote the full inclusion of persons with disabilities in all aspects of social life and to help them to sustain a life in dignity and that (Article 3 of the UN CRPD)
  • Opportunities for employment should ideally be created in an open, accessible and inclusive labour market (Article 27 UN CRPD).

Practical indicators of vocational rehabilitation measures and legal instruments

Based on these objectives vocational rehabilitation measures and legal instruments promoting the professional inclusion of persons with disabilities should be:

  1. All persons have equal opportunities and are not discriminated against (Article 3 UN CRPD)
    Equality of opportunities and non-discrimination are basic human rights. Within the labour market this is often not yet achieved for persons with disabilities. Legal instruments and vocational rehabilitation measures shall therefore promote these principles and provide pathways for persons with disabilities.
    Sub-Indicators for this criterion can be existing legal frameworks, monitoring mechanisms or the promotion of measures for persons with disabilities.
  2. Empowering persons with disabilities to reach individual autonomy and independence (Article 3 UN CRPD)
    Stated in the Preamble of the UN CRPD individual autonomy and independence is of major importance. Within the context of the labour market this is a major challenge for them. Due to social factors and the interaction with individual impairments barriers are created hindering the individual autonomy. Legal instruments and measures therefore shall support the development of individual autonomy and independence to the biggest extent possible.
    Sub-Indicators for this criterion can be that individual needs of persons with disabilities are turned into achievable or measurable results within their social context supported through legal or policy frameworks as well as guidance for their implementation.
  3. Implementing a twin track approach
    Although not demanded by the UN CRPD the twin track approach has been adopted by different international organisations as a tool to achieve the inclusion of persons with disabilities. Taking into account the interaction between the individual and the social environment legal instruments and measures should effect both in a positive way. At individual level the person should obtain reasonable accommodation and support. At social level disability should be mainstreamed that all stakeholders are prepared to provide an environment that is barrier-free, inclusive and allows the participation of persons with disabilities. This can be best reached through an integrated approach that involves all stakeholders at community level concerned with the employment of persons with disabilities.
    A sub-indicator for this criterion that all stakeholders create integrated and coordinated meas-ures and activities.
  4. Operating efficiency
    A second indicator lying outside the UN CRPD can help to ensure the sustainability of vocational rehabilitation measures and legal instruments. They should respect operating efficiency. Otherwise they can be endangered due to the scarcity of resources in low-income countries.
    Sub-Indicators for this criterion can be the precautious use of resources to implement the instrument or measure, the benefit that employers can perceive or the prospected sustaining of livelihood of the person with disability.

Conclusions

The UN CRPD can be used to create indicators for measuring the inclusiveness of vocational rehabilitation measures. By doing this the UN CRPD can turn into a tool for designing measures, to support policy makers and to monitor the efficiency of these measures.

So long….

Kirgisien: Soziale Unternehmen von Menschen mit Behinderung

Karakol ist eine Stadt im Osten Kirgisiens. Es liegt 10 km östlich vom Issy Kul See, der durch einen Roman von Tschingis Aitmatov (Der weiße Dampfer), in Deutschland bekannt wurde. Karakol mit seinen rund 60.000 Einwohnern liegt in einer landwirtschaftlichen Region und ist in seiner weiteren Umgebung von bis zu 3000 Meter hohen Bergen umgeben.


Büro von Ravenstvo in Karakol/Kirgisien

Die Organisation behinderter Menschen Ravenstvo hat ein kleines Taxiunternehmen in Karakol, in dem Menschen mit Behinderung beschäftigt werden. Neben der Dispatcherin haben einige der Taxifahrer eine Behinderung. Auf die Taxigebühren dieses Unternehmens werden 10% aufgeschlagen. Davon werden Dienste für Menschen mit Behinderung finanziert, die aufgrund ihrer Behinderung starke Mobilitätseinschränkungen haben. Neben einem Fahrdienst begleiten die Taxifahrer Menschen mit Behinderung auch auf Märkte, bei Arztbesuchen und ähnliches.
Taxivermittlung in Karakol

Taxivermittlung in Karakol

Für Menschen mit Behinderung ist es schwierig in Kirgisien eine Arbeit zu finden. Die wirtschaftliche Lage im Land hat sich nach den Ereignissen von 2010 für große Teile der Bevölkerung nicht wesentlich verbessert.

Das Taxi Unternehmen von Ravenstvo geht direkt auf drei schwierige Bereiche für Menschen mit Behinderung in Kirigisien ein:

  • Menschen mit Behinderung erhalten eine Existenzgrundlage. Besonders in einem Land, wo eine reguläres Einkommen für Lehrer unter 60 EUR im Monat beträgt (ca. 3.500,00 kirigisische Som), sind diese Möglichkeiten wichtig um eine Existenzgrundlage überhalb der Armutsgrenze zu haben
  • Fehlende Dienste für Menschen mit Behinderung erhöhen ihre Abhängigkeit von Familienmitgliedern. Das Angebot von Ravenstvo erhöht ihre Unabhängigkeit
  • Menschen mit Behinderung werden sichtbar in der Gesellschaft. Dies spricht direkt die Vorurteile vieler Menschen gegenüber Menschen mit Behinderung an.

Ravenstvo zeigt auf eine schöne und gleichzeitig einfach Weise, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben möglich ist und gleichzeitig andere Menschen ohne Behinderung bereit sind, dies zu unterstützten.

So long…

Wie gründet man ein Integrationsunternehmen V: Die Rückmeldung vom FInanzamt

Wie in Beitrag IV beschrieben ist die Gesellschaftsform die Basis für ein vernünftiges Funktionieren des Integrationsunternehmens. Eine Schwierigkeit ist die angemessene Formulierung des Gesellschaftsvertrages. Nachdem Anfang Juli der erste Entwurf an das Finanzamt geschickt wurde, kam nun Ende Juli die erste Rückmeldung. Nach einer ersten Ernüchterung ist diese aber nicht so schlecht:

  • Klare Formulierung des Personenkreises. In dem Entwurf wurde die Personengruppe als „Menschen mit Behinderungen und sozial benachteiligten Personen“ beschrieben. Da der Begriff sozial benachteiligten Personen zu unklar ist, musste hier eine Anpassung an „Hilfsbedürftige“ geschehen
  • Da das Integrationsunternehmen eng mit Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes kooperieren wird, erwähnt der Gesellschaftsvertrag Partnerunternehmen. Dies ist im Rahmen der Abgabenordnung nicht ohne weiteres möglich. Die Anpassung wird nun „individuelle Integrationsberatungen für Menschen mit Behinderungen von Partnerunternehmen des im Aallgemeinen Arbeitsmarktes“ sein
  • Die Auflösungsklausel nennt einen gemeinnützigen Verein. Hierfür muss eine Bestätigung vorliegen, dass dieser Verein wirklich gemeinnützig ist
  • Es muss noch eine weitere Erläuterung hinzugefügt werden, wer die Gründungskosten übernehmen soll

Der Vertrag wurde bereits überarbeitet aber ein Telefonat mit dem Finanzamt wird dennoch notwendig sein, um alle Fragen geklärt zu haben.

So long…

Wie gründet man ein Integrationsunternehmen IV: die Gesellschaftsform

Für die Form der Integrationsfirma ist die Gesellschaftsform von großer Bedeutung. Sie bestimmt zum einem die inhaltliche Ausrichtung, die Teilhabemöglichkeit anderer Vereine sowie Gesellschaften und die Akzeptanz durch externe Stellen. Besonders für Integrationsunternehmen mit dem Ansatz der kooperativen Beschäftigung, wie sie in Teil III dieser Serie beschrieben wurden, ist die Gesellschaftsform ausschlaggebend für die wirtschaftliche Stabilität.

Mögliche Formen

Es gibt drei Gesellschafts- bzw. Organisationsformen, die in Frage kommen:

  • Der eingetragene Verein ist im sozialen Bereich weit verbreitet. Er hat gewisse Vorteile, wie die Einbindung weitere gesellschaftlicher Gruppen alleine durch die Anforderungen des bürgerlichen Gesetzbuches. Auf der anderen Seite kann er für ein soziales Wirtschaftsunternehmen recht träge sein. Außerdem können gewisse wirtschaftliche Aktivitäten, wie es auch die kooperative Beschäftigung ist, nicht ohne weiteres durchgeführt werden. Also kommt ein Verein nicht unbedingt in Frage. Dennoch kann eine Förderverein den Aufbau einer Integrationsfirma durchaus unterstützen.
  • Die GmbH setzt sich im gemeinnützigen Bereich immer mehr durch. Sie kann wirtschaftliche Tätigkeiten durchführen und gleichzeitig in der Haftung begrenzt sein. Dadurch können unternehmerische Risiken begrenzt werden, wie es z.B. im Verein nicht ohne weiteres möglich wäre. Ein großes Problem ist die Einlage von 25.000,00 Euro bei Gründung. Ansonsten kann eine GmbH eine sinnvolle Wahl für den Aufbau einer Integrationsfirma sein.
  • Das recht neue Modell einer Unternehmergesellschaft oder Mini-GmbH ermöglicht die Gründung einer Gesellschaftsform, die recht schnell handlungsfähig ist, da die Einlage bei 1,0 Euro beginnt. Dazu kommen noch administrative Kosten für einen Notar und die Eintragung in entsprechende Register, die aber überschaubar sind. Die EInlage von 25.000,00 Euro wird durch 25% des Jahresgewinnes angespart.

Die Entscheidung

Für die Gründung der Integrationsfirma fiel in unserem Fall die Entscheidung auf eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft. Diese Gesellschaftsform bietet genug Flexibilität in der Gründung und kann durch die Gemeinnützigkeit auch Mittel in der Aufbauphase beantragen. Da kein großer Träger hinter der zu gründenden Integrationsfirma steht, sind diese Mittel in den ersten Jahren wichtig. Im Zentrum muss aber die Wirtschaftlichkeit stehen, um ausreichend Spielraum zu haben für die Aktivitäten in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Die Gesellschaftsform ist für andere Wirtschaftsunternehmen wichtig, damit eine Kommunikation auf gleicher Ebene stattfinden kann.
In den nächsten zwei Monaten wird der Gesellschaftsvertrag dem Finanzamt zur Prüfung der Gemeinnützigkeit übermittelt und im Anschluss muss diese durch den Notar beglaubigt werden, damit die „Geburt“ der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft geschehen kann. Im Anschluss werden Anträge bei verschiedenen Stiftungen gestellt für die Sicherung der Anschubfinanzierung.

Möglichst große Unabhängigkeit

Die Entscheidung, die Integrationsfirma ohne einen großen Träger im Hintergrund zu gründen hat sowohl positive wie auch negative Aspekte. Auf der positiven Seite steht die Unabhängigkeit im Aufbau, die Offenheit gegenüber verschiedenen Trägern für eine möglichst gute Sozialraumorientierung und die Flexibilität im Umgang mit Wirtschaftsunternehmen. Auf der negativen Seite steht natürlich die finanzielle Absicherung, das fehlende „Mutterschiff“, das bei Schwierigkeiten eingreift aber auch gewisse Vorbehalte durch Kostenträger und in der allgemeinen Landschaft der Träger gegenüber neuen Akteuren.
Im Großen und Ganzen ist aber die Unabhängigkeit ein wichtiges Element in der Aufbauphase und der Etablierung der Integrationsfirma. Das Manko des fehlenden „Mutterschiffes“ wird durch direkte Kooperation mit anderen Integrationsunternehmen abgefedert. Den Vorbehalten durch Kostenträger wird durch Transparenz und dem Gesellschaftervertrag entgegengewirkt, um Bedenken zu entkräften.

So long ….

Lesenswert: Weltbericht Behinderung der WHO

Bereits Anfang Juni haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Welt Bank den World Report on Disability veröffentlicht. Der Bericht soll Regierungen und der Zivilgesellschaft auf Basis einer wissenschaftlichen Basis eine umfassende Beschreibung und Analyse von Behinderung weltweit geben. Darauf aufbauend werden Empfehlungen für nationale und internationale Akteure gegeben. Aufbauend auf einer aktuellen Definition von Behinderung und den Bezügen zu Armut, Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte (1. Kapitel) führt der Bericht über Ausführungen zur Häufigkeit von Behinderung weltweit (2. Kapitel) hin zu speziellen Themen wie Gesundheit (3. Kapitel), Rehabilitation (4. Kapitel) und unterstützende Dienste (5. Kapitel). Die folgenden Kapitel gehen auf umweltbezogene Aspekte sowie Barrierefreiheit (6. Kapitel), Bildung bzw. Erziehung (7. Kapitel) und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung (8. Kapitel) ein. Abschließend werden Empfehlungen und praktische Aspekte diskutiert.

Der Bericht zeichnet sich besonders durch einen mehrperspektivischen Zugang zu Behinderung und der Anerkennung der sozialen Wechselwirkungen aus. Es wird festgestellt, dass Behinderung ein individuell stark unterschiedliches Phänomen ist und besonders durch behindernde Barrieren kreiert wird. In den Empfehlungen werden hier unangemessene politische Planungen, negative Einstellungen, wenig verfügbare angemessene Dienste, behindernde Barrieren, mangelnde Einbeziehung behinderter Menschen und fehlende Daten als hindernde Faktoren bilden erwähnt, die die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben langfristig erschweren. Der Zusammenhang zwischen sozialen Bedingungen und Behinderung wird durch die Darstellungen des bi-direktionalen Zusammenhanges von Armut und Behinderung besonders betont.

Der Bericht bietet LeserInnen eine fundierte und aktuelle Grundlage, um sich mit der Situation von Menschen mit Behinderungen im globalen Kontext auseinander zu setzen. Durch die differenzierten Darstellungen einer Vielzahl von AutorInnen wird der Bericht als Ganzes oder in Auszügen lesenswert. Er legt sich nicht auf abschließende Feststellung fest, sonder gibt Denkanstöße, zeigt unterschiedliche Ansatzpunkte und unterstützt ein Verständnis von Behinderung im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung.