Inviation for discussion: Measuring Inclusion

A recent assignment provided myself with an interesting task to conduct a capacity needs assessment in Kyrgyzstan. This happened for a project of one international NGO and national NGOs and NGO. One element in the capacity needs assessment was, to assess the level of understanding of disability and inclusion among the partner organisations. And this was rather difficult

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Datenbank über Behinderung und Entwicklung

Die britische Organisation Leonard Cheshire hatte über viele Jahre hinweg einen negativen Touch unter Menschen mit Behinderung in England. Sie war einer der großen Dampfer in Großbritannien, der vor allem große Einrichtungen der Behindertenhilfe unterstützte. Seit ca. 10 Jahren ist diese Organisation aber in einem Veränderungsprozess begriffen, der in Richtung inklusiver Ansätze geht. Und dies recht erfolgreich!

Auch im Bereich internationale Entwicklung unternahm LCI wichtige Schritte. Nachdem LCI Organisationen von Menschen mit Behinderung aktiv an der Planung und Durchführung von internationalen Projekten beteiligte baute LCI auch ein Forschungsprojekt mit dem University College in London auf. Ein Projekt hier ist die Disability and Development Database. Diese Datenbank ist eine kleine Perle für Menschen, die sich für diese Art von Projekten interessieren.
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Building indicators for inclusive development II: elements of inclusive indicators

This article lays out the general elements of inclusive indicators and reasons for their creation. It builds upon Part I of „Building indicators for inclusive development“.

Elements of inclusive indicators

Inclusive indicators are situated between inclusion and international development. Additionally they have to meet the requirements for measuring effective projects. This makes it rather difficult to identify sharp indicators and to formulate them. Thus they may be endangered to slide into inaccuracy.

The challenge

Different normative and conceptual frameworks to formulate inclusive indicators:

  1. Normative demands: Inclusive indicators have to be in-line with the UN human rights treaties. For the context of disability and inclusion the main human rights treaty is the UN CRPD
  2. Conceptual demands: The conceptual frameworks of inclusive indicators are the social model and the twin track approach. Additionally inclusive indicators are embedded into the context of human rights based approaches and should respect these demands
  3. International agreements: As for all international development activities inclusive indicators should be in-line with the Paris Declaration and the Accra Agenda for Action of the OECD. They are founded on five principles that should improve the effectiveness of development cooperation. They are accepted by the international community and became a norm to describe the relation between donors and recipients of aid. The five principles are Ownership, Alignment, Harmonisation, Results and Mutual accountability. Within the Paris Declaration indicators of progress have been defined by the OECD.

Different levels

Inclusion as a complex concept can be measured at different levels. All levels have to considered in the drafting and formulation process:

    Impact on the inclusive indicators

    Taking under consideration all of the above mentioned the drafting and formulation of inclusive indicators is complex. As indicators should be SMART inclusive indicators should also be precise and clear. This influences its appearance and way of description in three ways

    1. Inclusive indicators often come in a set of indicators for impact, outcome and output. Otherwise it is difficult to formulate them in a SMART way.
    2. Inclusive indicators should orientate themselves along the rights-based approach
    3. Inclusive indicators are relational to the program or projects. This means that the formulation of one indicator cannot cover all projects and programs

    Inclusive indicators should be formulated towards the background of some standards that have been agreed upon by international and national actors building on the UN CRPD. These standards should be linked to other poverty reduction strategies and international agreements.

    The following article will describe the formulation of inclusive indicators and provide some examples.

    So long…

Präsentation des Onlinehandbuches „Inklusion als Menschenrecht“

Das Deutsche Institut für Menschenrechte präsentierte im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung das neue Online Handbuch „Inklusion als Menschenrecht“.

Das Handbuch

Ziel des Handbuches ist es, das Verständnis von Inklusion in allen Bevölkerungsgruppen zu stärken. Dies soll erreicht werden über die direkte Ansprache von Einstellungen und der Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten. Das Handbuch ist ein interaktives Medium, das eine Vielzahl von Materialien zur Erarbeitung von Inklusion für Multiplikatoren in den Bereichen schulisch und außerschulische Menschenrechtsbildung bietet. Zentrales Element ist ein Zeitstrahl, der von 800 vor Christus bis heute reicht. Für jeden Zeitabschnitt präsentiert das Handbuch eine kurze Einführung und verschiedene Arbeitsmaterialien. Diese Materialien sind beispielsweise Biographien von wichtigen Persönlichkeiten und anwendbare pädagogische Einheiten.

Beispiel: Planspiel zu den Vorbereitungstreffen der UN Konvention

Besonders gut gelungen ist das Planspiel Planspiel: Die Verhandlungen über die Behindertenrechtskonvention bei den Vereinten Nationen in New York. Dieses Spiel wird in zwei Varianten angeboten und dauert 5-6 Stunden. Die Anleitungen sind umfassend und ermöglichen einen guten Einstieg in das Spiel.

Die Funktionen

Das Online Handbuch präsentiert sich mit einer Reihe Suchfunktionen für die einzelnen Inhalte. Sie kann für die einzelnen Perioden genutzt werden und man kann so gezielt Materialien für verschiedene Lerngruppen finden. In der erweiterten Suche können auch spezielle Unterrichtsfächer, Lernumgebungen oder Art der Materialien einbezogen werden.

Fazit

Das Handbuch macht einen umfassenden Eindruck. Die Seite ist ansprechend gestaltet und die jeweiligen Informationen können schnell gefunden werden. Sie ermöglicht das Stöbern und neugierige Suchen, um sich dieses Themengebiet eigenständig zu erkunden. Es wurde zugesagt das Handbuch weiterhin zu entwickeln, wie z.B. die Hinzufügung von Gebärdensprachfilmen.
Trotz dieses Lobes bleiben einige Punkte anzumerken für zukünftige Verbesserungen. Eine wichtige ist die fehlende leichte Sprache. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen machen die größte Gruppe von Menschen mit Behinderungen aus. Für diesen Personenkreis ist der Zugang zu dem Handbuch in der momentanen Form schwierig.

Die Presse Konferenz

Die Pressekonferenz war durch die verschiedenen Sprecher/innen spannend und es gab auch Informationen zum Themenbereich der Konvention, die sonst nicht zugänglich sind. Hier war besonders der Vortrag von Frau Theresia Degener aufschlussreich. Seit Anfang 2011 ist sie aktives Mitglied im zuständigen Komitee für die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sie erläuterte die Arbeitsweise des Komitees und betonte, dass es in der jetzigen Form keine ausreichenden Kapazitäten hat, um alle anstehenden Aufgaben zu bewerkstelligen. Das prägnanteste Beispiel ist hier die voraussichtliche Bearbeitungszeit der Staatenberichte. Der deutsche Staatenbericht wurde letzte Woche eingereicht (bis zum 23. September 2011) und würde bei den momentanen Kapazitäten erst in acht Jahren bearbeitet werden können.

Die heutige Pressekonferenz zeigte verschiedene Facetten des Themenbereiches Menschenrechte für Menschen mit Behinderung und der Menschenrechtsbildung. Leider wurde wieder einmal deutlich, wie wenig Deutschland hier die Forderungen der Konvention bisher erfüllt oder vielleicht auch nicht erfüllen will.

So long …

4. Sitzung der Vereinten Nationen zur UN CRPD

Vom heutigen 7. September findet in New York die 4. Sitzung der Staatenkonferenz zur UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen statt. Diese Staatenkonferenzen wurden durch Artikel 40 „Conferences of State Parties“ der Konvention festgeschrieben. Die diesjährige Sitzung hat als Schwerpunkte Umsetzung der UN Konvention durch internationale Zusammenarbeit, politische und zivile Teilhabe sowie Arbeit und Beschäftigung.

Für Make it Work sind vor allem die Themen Internationale Zusammenarbeit und Arbeit/Beschäftigung von Interesse.

Internationale Zusammenarbeit

Ausgehend von der Tatsache, dass die Mehrzahl der Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern leben fordert die Konvention eine bessere Einbeziehung in die internationale Zusammenarbeit. Menschen mit Behinderungen werden in vielen Bereichen der Zusammenarbeit, wie den Millenniums Entwicklungszielen oder auch Armutsreduzierungsstrategien vernachlässigt. Durch diese UN Konvention wurde erstmals in der Geschichte internationale Zusammenarbeit in eine Menschenrechtskonvention aufgenommen. Die wesentlichen Instrumente sind Capacity Building, Forschung und technische Hilfen. Innerhalb der UN gibt es verschiedene Einstiegspunkte, an denen das Thema eingebracht werden kann. Auch darüber hinausgehend können die internationalen multilateralen Organisationen aufgefordert werden hier aktiv zu werden. Die Staaten, die die Konvention ratifiziert haben sind zudem aufgefordert, hier aktiv zu werden.
Im Zentrum dieses Themas stehen die Beziehung von Geldgeber und -empfänger, gute Erfahrungen in der inklusiven Entwicklung, Erhebung von Daten oder die Kooperation von verschiedenen Agenturen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Die Frage, wie denn inklusive Entwicklung (Stichwort inklusive Indikatoren) gemessen werden kann stellen sie sich nicht.

Arbeit & Beschäftigung

Die UN Konvention stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen in ihren Forderungen zu Arbeit und Beschäftigung. Als Basis für ein gerechtes Einkommen aber auch für die allgemeine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind diese beiden Bereiche von hoher Wichtigkeit. In der Staatensitzung sollen vor allem die praktische Umsetzung, die Wirkung sowie der Erfolg von Maßnahmen, die Einbindung verschiedener Akteure /Arbeitgeber oder Gewerkschaften) und auch die Beteiligung von Selbstvertreterorganisationen erreicht werden.

Begleitet wird die Sitzung durch eine Reihe spannender Veranstaltungen, die sich alleine schon lohnen würden zu besuchen.

Mal wieder ist es schade, dass von deutscher Seite keine große Teilnahme an dieser Sitzung kommuniziert wurde und es sehr unbekannt ist in Deutschland.

So long…

Entwurf deutscher Staatenbericht zur UN-BRK

Das deutsche Institut für Menschenrechte hat auf seinen Seiten den 1. Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt. Heute, am 30. Juni 2011, findet im deutschen Institut für Menschenrechte hierzu eine Veranstaltung statt. Dieser Bericht muss von der Bundesregierung im Rahmen der Verpflichtungen der UN-BRK an den Menschenrechtsrat übermittelt werden.
Der Bericht ist anhand der Artikel der Konvention gegliedert und berichtet über die bereits in Deutschland existierenden Aktivitäten in diesem Bereich. Für „make it work“ sind vor allem die Bereiche Beschäftigung und Internationale Zusammenarbeit interessant und werden kurz erläutert.

Artikel 27: Arbeit und Beschäftigung

Im Bereich Arbeit wird auf ähnlichen Bundesregierungberichten der letzten Jahre auf (z.B. Behindertenbericht 2009). Nach der Darstellung der gesetzlich verankerten Förderungen im Bereich Beschäftigung und Behinderung werden verschiedene Programme zur Verbesserung der Beschäftigung behinderter Menschen erwähnt (wie Initiative Inklusion, job4000, job – Jobs ohne Barrieren). Im Anschluss werden die Rolle der Ausbildung für behinderte Menschen und auch die WfbMs als wesentliche Elemente in diesem Bereich beschrieben.
Die Darstellungen lassen keine Kritik an dem bestehenden System erkennen. Die Quote zur Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen wird hoch gelobt, obwohl sie bisher noch nicht den Anteil von 5% behinderter Menschen am allgemeinen Arbeitsmarkt erreicht hat. Die Rolle der Berufsbildungswerke wird ebenfalls hoch gelobt, obwohl eine Vielzahl von Menschen mit Behinderungen häufig nicht den Einstieg in Unternehmen schaffen. Auch die WfbMs werden als wichtiger Bereich für die Beschäftigung behinderter Menschen angesehen, obwohl dies segregierende Einrichtungen sind.
Zusammenfassend werden weder neue Aspekte noch kritische Töne deutlich. Dass die Politik und viele Maßnahmen im Bereich Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen bisher nicht das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe erreicht haben fehlt insgesamt:

  1. Fehlende langfristige Beschäftigungsmodell zwischen den WfbMs und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen;
  2. Immer noch eine Bevorzugung von WfbMs, wie auch explizit im Bericht dargestellt, die zu einer Verzerrung im Bereich Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen führen;
  3. Fehlende Konzepte mit ausreichender Sozialraumorientierung;

Interessant ist, dass die Lobbyarbeit stark sichtbar wird. So findet sich zu dem Thema Berufsbildungswerken ein Satz komplett aus einer Studie für die Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildungswerke wieder:

Die Berufsbildungswerke bieten denjenigen Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung, die wegen Art und Schwere ihrer Behinderung während der Ausbildung auf besondere medizinische, psychologische, pädagogische oder sonstige Hilfen angewiesen sind. (aus: Entwurf 1. Staatenbericht auf S. 60)

In einem Bericht vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln für die BAG der Berufsbildungswerke findet sich exakt der gleiche Satz auf S. 46 unter der Überschrift 4.2 Geförderte Zielgruppen:

Die Berufsbildungswerke bieten denjenigen Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung, die wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung während der Ausbildung auf besondere medizinische, psychologische, pädagogische oder soziale Hilfen angewiesen sind. (aus: Insitut der deutschen Wirtschaft: Kosten und Nutzen der beruflichen Rehabilitation junger Menschen mit Behinderungen oder funktionalen Beeinträchtigungen – eine gesamtwirtschaftliche Analyse. Köln, 10. August 2010)

Diese Ähnlichkeit ist kein eindeutiger Beweis, lässt aber dennoch vermuten, dass die entsprechenden Interessenvertretungen im sozialen Bereich stark sind. Im Gegenzug stellt sich auch die Frage, warum nicht auch aus Veröffentlichungen von Verbänden behinderter Menschen entsprechende Stellen finden.

Artikel 32 – Internationale Zusammenarbeit

Dieser Berichtsteil ist recht kurz gehalten und beschreibt recht genau die Anstrengungen, die von der Bundesregierung unternommen wurden. Kritisch kann angemerkt werden, dass leider Maßnahmen fehlen, die aus dem internationalen Bereich nach Deutschland hinein wirken (z.B. Aktionsplan Berlin zur UN-BRK, das Projekt NUEVA uas Österreich, das nach Deutschland wirkt).

Was fehlt

Für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen und dem echten Mainstreaming in alle Bereiche, die sie betreffen fehlt unter anderem der Hinweis auf die Organisation der Eingliederungshilfe. Sie wird nur im Bereich der Leistungen erwähnt aber nicht in dem wichtigen Punkt der Einbeziehung behinderter Menschen in Entscheidungsprozesse (z.B. §§ 5 und 77 des SGB XII fehlt komplett.

Fazit

Der Bericht ist kein großer Wurf. Er beschreibt einen Status quo, der das bestehende konserviert und die Lücken nicht deutlich macht. Wie der 1. Staatenbericht von den Vertretern der deutschen Behindertenbewegung und anderen zivilstaatlichen Akteuren aufgenommen wird darf gespannt beobachtet werden.

So long….

Zur Umsetzung der UN-Konvention in Berlin

Am 10. Juni 2011 wurde dem Berliner Abgeordnetenhaus eine Information zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen konsequent in Berlin umsetzen) zur Kenntnisnahme vorgelegt. Diese Initiative ergibt sich bereits aus der 46. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 30. April 2009 und einer weiteren Konkretisierung aus der 64. Sitzung des Ausschusses für Integration, Arbeit, berufliche Bildung und Soziales vom 4. November 2011. Am 11. Mai diesen Jahres forderte der Hauptausschuss folgendes:

SenIntArbSoz wird gebeten, dem Hauptausschuss zur Sitzung am 22. Juni 2011 die von den Senatsverwaltungen eingereichten Konkretisierungen mit Umsetzungs- und Handlungsbedarf für den Aktions- und Maßnahmenplan zur Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen vorzulegen.

Vorläufige Eckpunkte der Umsetzung der UN-Konvention

Das vorgelegte Dokument unterteilt sich in zwei Teile:

  • Einen allgemeinen Teil mit 10 Schwerpunkten zu Bewusstseinsbildung, Barrierefreiheit, Bildung, Arbeit/Beschäftigung, Beteiligung, Teilhabe, Selbstbestimmung, Gleichbehandlung, Sicherstellung und Überprüfung
  • Einen Aktions- und Maßnahmenplan im Land Berlin

Allgemeiner Teil

Die im allgemeinen Teil umrissenen Punkte bieten Eckpunkt für die Schaffung eines gleichberechtigten Umfeldes und der Barrierefreiheit. Hier findet sich unter anderem das Bekenntnis zur „inklusiven Bildung“ in Berlin, allerdings ohne eine genauere Ausdifferenzierung wer an der Umsetzung teilhaben wird und welche Strukturen angesprochen werden. Für den Punkt Arbeit und Beschäftigung wird gefordert, weitere inklusive Beschäftigungsangebote zu entwickeln, vor allem durch Integrationsprojekte (Integrationsfirmen) für erwerbsgeminderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Leider fehlt auch hier ein struktureller Vorschlag, wie eine langfristige Unterstützung zwischen der WfbM und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen aussehen kann. Ein dritter enorm wichtiger Punkt für viele Menschen mit Behinderung ist die Beteiligung an der Ausarbeitung und Umsetzung von Rechtsvorschriften. Dies ist besonders wichtig in der Eingliederungshilfe (Wohnen und Arbeiten). Hier zieht sich das Papier leider auf eine weiche Formulierung zurück, dass „Menschen mit Behinderung bzw. die sie vertretenden Organisationen aktiv einbezogen“ werden. Einbeziehung ist ein schwammiger Begriff und kann nicht sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen in wichtigen Gremien wie der Berliner Vertragskommission für Soziales (KO75) aktiv beteiligt werden an den Verhandlungen.

Aktions- und Maßnahmenplan

In der Planung fällt positiv auf, dass Aspekte wie Migration, Frauen, Barrierefreiheit, leichte Sprache, Sozialraumorientierung stark betont werden. Das starke Bekenntnis im Bereich „Leistungen der beruflichen und sozialen Rehabilitation“ zu personenzentrierten Ansätzen ist positiv zu werten. Vor allem das Teilziel 9 „Verbesserung in den allgemeinen Arbeitsmarkt“. Dauerhaft ausgelagerte Arbeitsplätze aus WfbMs ist ein wichtiger Weg hinaus aus arbeitsmarktfernen Einrichtungen. Weiterhin ist ein klarer Wille zu NEUEVA zu erkennen. Dies ist ein Ansatz der nutzerorientierten Evaluierung von vor allem Wohndiensten. Eine besondere Überraschung ist der Aktionsplan zu internationaler Zusammenarbeit. Hier stellt der Senat positive Ziele auf, die es verstärkt ermöglichen können, von anderen Ländern zu lernen.

Kurzes Fazit

Das vorliegende Dokument bietet gute Ansatzpunkte, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Einige Punkte sind wichtig und werden betont (Bildung, Migration und Behinderung, Beschäftigung, internationale Zusammenarbeit). Die Kürze des Planes und die allgemeinen Aspekte werden erst bewertet werden können, wenn der Plan umgesetzt wird. Ein wesentlicher Mangel ist, dass nicht in der Beteiligung vom Menschen mit Behinderungen in der Eingliederungshilfe ein stärkerer partizipativer Ansatz gewählt wurde, der sie direkt an den wichtigen Entscheidungen über die Struktur und Ressourcen hier beteiligt. Wie gesagt, „Einbeziehung“ ist sehr allgemein und schwammig. Eine direkte Beteiligung und ein konkretes Bekenntnis, die durch das Sozialgesetzbuch XII geschaffen Strukturen um Menschen mit Behinderung in den Verhandlungen und Entscheidungen zu erweitern, wäre ein innovativer Schritt gewesen, ganz im Sinne der UN-Konvention.

So long…