Der Workshop im Dorf

Normalerweise folgen meine Kurzzeiteinsätze für Handicap International immer der Logik, dass die Arbeit mit Organisationen von Menschen mit Behinderung sich in Meeting Räumen oder in Fortbildungen abspielt. Es geht dann um Themen wie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, ihr Monitoring, Gespräche über den Fortgang des Projektes und Ähnliches. Das hat den Vorteil, innerhalb kurzer Zeit viele Gespräche zu führen und eine generelle Einschätzung der Lage von Menschen mit Behinderung in verschiedenen Ländern zu haben. Der Nachteil ist allerdings, der Zeitmangel, direkte Gespräche mit Menschen mit Behinderung zu führen. Ohne diese Gespräche ist es allerdings schwierig, die alltäglichen Probleme, existierenden sozialen sowie physischen Barrieren und die alltäglichen Diskriminierungen zu verstehen.
Bei meinem diesjährigen Besuch in Ruanda fing es zwar wie in den letzten Jahren an, wurde aber viel konkreter: in unserem Büro und einem Trainingsraum in Kigali. Diese ruhige und grüne Stadt liegt mitten in Ruanda und es eben dort rund 1,2 Millionen Menschen. Auf dem Weg in den Distrikt Rutsiro im Westen des Landes führt der Weg durch eine bergigen Landschaft. In den Tälern und an den Bergen fallen die kleinen landwirtschaftlichen Parzellen auf, die von Familien bewirtschaftet werden und zwei Ernten im Jahr zulassen.


Aussicht vom Ort Kongonil

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Inviation for discussion: Measuring Inclusion

A recent assignment provided myself with an interesting task to conduct a capacity needs assessment in Kyrgyzstan. This happened for a project of one international NGO and national NGOs and NGO. One element in the capacity needs assessment was, to assess the level of understanding of disability and inclusion among the partner organisations. And this was rather difficult

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Datenbank über Behinderung und Entwicklung

Die britische Organisation Leonard Cheshire hatte über viele Jahre hinweg einen negativen Touch unter Menschen mit Behinderung in England. Sie war einer der großen Dampfer in Großbritannien, der vor allem große Einrichtungen der Behindertenhilfe unterstützte. Seit ca. 10 Jahren ist diese Organisation aber in einem Veränderungsprozess begriffen, der in Richtung inklusiver Ansätze geht. Und dies recht erfolgreich!

Auch im Bereich internationale Entwicklung unternahm LCI wichtige Schritte. Nachdem LCI Organisationen von Menschen mit Behinderung aktiv an der Planung und Durchführung von internationalen Projekten beteiligte baute LCI auch ein Forschungsprojekt mit dem University College in London auf. Ein Projekt hier ist die Disability and Development Database. Diese Datenbank ist eine kleine Perle für Menschen, die sich für diese Art von Projekten interessieren.
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INKABB Router in Berlin I: Verwaltung Verwaltung

Vor fast einem Monat wurde INKABB Router in Berlin gegründet. Das Kunstwort INKABB steht als Kurzform für „INKlusive Arbeit Berlin-Brandenburg“. Seitdem wurden vor allem daran gearbeitet, die Gründung abzuschließen:
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Lesenswert: Weltbericht Behinderung der WHO

Bereits Anfang Juni haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Welt Bank den World Report on Disability veröffentlicht. Der Bericht soll Regierungen und der Zivilgesellschaft auf Basis einer wissenschaftlichen Basis eine umfassende Beschreibung und Analyse von Behinderung weltweit geben. Darauf aufbauend werden Empfehlungen für nationale und internationale Akteure gegeben. Aufbauend auf einer aktuellen Definition von Behinderung und den Bezügen zu Armut, Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte (1. Kapitel) führt der Bericht über Ausführungen zur Häufigkeit von Behinderung weltweit (2. Kapitel) hin zu speziellen Themen wie Gesundheit (3. Kapitel), Rehabilitation (4. Kapitel) und unterstützende Dienste (5. Kapitel). Die folgenden Kapitel gehen auf umweltbezogene Aspekte sowie Barrierefreiheit (6. Kapitel), Bildung bzw. Erziehung (7. Kapitel) und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung (8. Kapitel) ein. Abschließend werden Empfehlungen und praktische Aspekte diskutiert.

Der Bericht zeichnet sich besonders durch einen mehrperspektivischen Zugang zu Behinderung und der Anerkennung der sozialen Wechselwirkungen aus. Es wird festgestellt, dass Behinderung ein individuell stark unterschiedliches Phänomen ist und besonders durch behindernde Barrieren kreiert wird. In den Empfehlungen werden hier unangemessene politische Planungen, negative Einstellungen, wenig verfügbare angemessene Dienste, behindernde Barrieren, mangelnde Einbeziehung behinderter Menschen und fehlende Daten als hindernde Faktoren bilden erwähnt, die die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben langfristig erschweren. Der Zusammenhang zwischen sozialen Bedingungen und Behinderung wird durch die Darstellungen des bi-direktionalen Zusammenhanges von Armut und Behinderung besonders betont.

Der Bericht bietet LeserInnen eine fundierte und aktuelle Grundlage, um sich mit der Situation von Menschen mit Behinderungen im globalen Kontext auseinander zu setzen. Durch die differenzierten Darstellungen einer Vielzahl von AutorInnen wird der Bericht als Ganzes oder in Auszügen lesenswert. Er legt sich nicht auf abschließende Feststellung fest, sonder gibt Denkanstöße, zeigt unterschiedliche Ansatzpunkte und unterstützt ein Verständnis von Behinderung im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Bundestagsdebatte zum Nationalen Aktionsplan

Am Freitag den 18.3.2011 hat der deutsche Bundestag über die UN CRPD debattiert. In der Debatte ging es vor allem um den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung. An der Debatte haben nicht viele Abgeordnete teilgenommen, was entweder darauf schließen lässt, dass das Wochenende bereits wichtiger war als das Thema oder – noch schlimmer – das Thema insgesamt als unwichtig von vielen Abgeordneten angesehen wird. Der Nationale Aktionsplan wird wohl im Mai 2011 veröffentlicht werden, was bereits eine Verspätung von zwei Monaten ist.

Herr Fuchtel, Staatssekretär des BMAS hob bereits zu Anfang hervor, dass bei der Gestaltung des Nationalen Aktionsplans Verbände und Organisationen von behinderten Menschen einbezogen werden sollen. Dies ist seiner Ansicht nach gelungen. Herr Fuchtel stellt vor allem die finanziellen Erfolge heraus. So wurden in 2009 mehr als 47 Milliarden für Rehabilitation und Eingliederungshilfe ausgegeben. Was dies in der Qualität bedeutet, sagt er nicht. Andere Verbände sehen das durchaus anders. Sie kritisieren das Lavieren des BMAS und auch dass die Inhalte des Nationalen Aktionsplanes nicht ausreichend die Interessen der Zivilgesellschaft als solches beinhalten. Der Deutsche Behindertenrat hatte bereits im Mai letzten Jahres ein umfassendes Dokument veröffentlicht, das auf verschiedene Aspekte in diesem Zusammenhang hinweist. Doch zurück zu der Sitzung.

Die Standpunkte der Fraktionen sind gegensätzlich und es lassen sich verschiedene Meinungen herausschälen:

  • SPD Fraktion: Der Aufschlag von Frau Hiller-Ohm führt das Beispiel des Aktionsplanes in Rheinland-Pfalz an. Auf allgemeiner Ebene fordert sie, dass in allen Politikbereichen Behinderung berücksichtigt werden sollen.
  • FDP Fraktion: Recht weit am Anfang von Frau Molitors Beitrag wird die Unterstützung der FDP für Förderschulen deutlich, da dies im Wohle des Kindes sein soll. Sie bezieht sich zudem auf einen gemeinsamen Antrag der CDU und FDP Bundestagsfraktion, der leider nur recht viel heiße Luft enthält und nicht konkrete Schritte z.B. im Bereich Beschäftigung einfordert.
  • CDU Fraktion: Nun ja, analog zu einer Bundeskanzlerin, die sich nicht sehr eindeutig positioniert, liest sich auch der Beitrag der CDU Fraktion. Frau Michlak verweist auf Konsultationprozesse mit allen Partnern und in den föderalen Strukturen Deutschlands, die nicht so schnell vonstattengehen in der Umsetzung der UN CRPD. Was sie unterschlägt ist, dass die Länder der Konvention bereits am 26.3.2009 in der Ratifizierung bereits diesem Dokument zugestimmt haben und eigentlich keine große Debatte auf dieser Ebene liegen sollte. Ansonsten gab es von Seiten der CDU keine neuen Beiträge.
  • DIE LINKE Fraktion: Die LINKE fordert etwas konkreter eine bodenständige Förderung des Sports für behinderte Menschen und – wesentlich konkreter – den Kostenvorbehalt aus §13 des SGB XII zu streichen.
  • Die Grünen Fraktion: Markus Kurth steht für eine Inklusion, die nicht auf Kostenvorbehalte achtet. Er fordert, dass es nicht um einen Nachteilsausgleich der auf einer Behinderung basiert geht, sondern um Teilhabeansprüche. Auch wenn sich dies akademisch liest, ist das ein wesentlicher Punkt, der im Kontext des sozialen Modells der Behinderung zu sehen ist.

In diesem Schlagabtausch fehlte die Substanz. Die kleineren Oppositionsfraktionen führen konkrete Beispiele an aber die größeren bleiben bei allgemeineren Aussagen.

Was fehlt….

Eine ganze Menge bleibt unangesprochen.

  • Wie sieht die Struktur des Nationalen Aktionsplanes aus und warum wird dieser nicht öffentlich gemacht. Dies könnte eine bessere Partizipation ermöglichen
  • Wieso wird über die allgemeine schlechte Lage von behinderten Menschen auf dem Arbeitsmarkt gesprochen, ohne Kernprobleme zu konkretisieren? Dies wäre zum Beispiel ganz konkrete Maßnahmen um gerade Menschen mit intellektuellen oder psychischen Behinderungen nachhaltig Unterstützung zu geben, die nicht auf dem Niveau der un-inklusiven Werkstätten liegen aber auch nicht den Arbeitgebern zu viel abfordern.
  • Ein Ende von Ausschreibungen im Bereich der beruflichen Teilhabe in der Ausbildung und Beschäftigung. Hier ist eine Vielfalt vonnöten, damit in Wahrnehmung einer sozialen Interaktion behinderte Menschen aber auch Unternehmen als Zielgruppe der beruflichen Teilhabe gesehen werden
  • Wenn schon vom SGB XII und dem Kostenvorbehalt geredet wird, warum dann nicht auch darüber, wie Menschen mit Behinderung auf kommunaler Ebene und in den Ländern. Konkret: Aufnahme von Behindertenräten in §5 des SGB XII, damit die Verhandlungen der Kommunen und Länder nicht alleine den Kostenträgern und Trägern der Freien Wohlfahrt überlassen wird
  • Ein gesundes Persönliches Budget, dass erstens im Rahmen des Sozialpolitischen Dreiecks lebt und von Leistungsträgern, die eine ausreichende inklusive Qualität mitbringen?
  • Und dann bleibt da noch Artikel 32 „Internationale Zusammenarbeit“ der UN CRPD. Wird dieses Thema in den Nationalen Aktionsplan aufgenommen? Das wäre ein Gewinn, denn dann können wir hier in Deutschland noch von anderen Ländern lernen, wie Inklusion gehen kann.
  • So long….

Studie des UN Menschenrechtsrates zur EZ und Behinderung

Über die Mailing-Liste des GPDD wurde am 19. Januar eine Mail versandt mit der fortgeschrittenen „Thematic study by the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights on the role of international cooperation in support of national efforts for the realization of the rights of persons with disabilities“, der für die 16. Sitzung des UN Menschenrechtsrates vorbereitet wird. Dies wurde durch die Resolution A/HRC/RES/13/11 am 25. März 2010 gefordert. Die Studie betrachtet die Rolle der internationalen Zusammenarbeit in der Verwirklichung der Menschenrechte behinderter Menschen.

Für den Bericht hat das Büro des ONHCR Staaten, nationale Menschenrechtsinstitutionen und UN Sonderberichterstatter für behinderte Menschen aufgefordert,über die Fortschritte in diesem Bereich zu berichten. Insgesamt antworteten 43 Staaten, acht Interregierungsorganisationen, 15 nationale Menschenrechtsorganisationen und 11 von zivilgesellschaftlichen Organisationen erhalten.

Die Zusammenfassung

Zusammenfassend beschreibt und lobt die Studie, dass umfassende internationale Anstrengungen unternommen werden im Bereich der internationalen Zusammenarbeit unternommen werden, die Rechte behinderter Menschen zu verbessern, schützen und abzusichern. Dies geschieht durch verschiedene Arten der Kooperationen von Staaten, zwischen uni- und bilateralen Organisationen, mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und besonders mit Organisationen behinderter Menschen.

Nach einer umfangreichen Aufzählung von verschiedenen Aktivitäten sind die Folgerungen des ONHCR dennoch ernüchternd. Die Umsetzung der UN-Konvention spiegelt sich bisher nicht in der internationalen Zusammenarbeit wieder:

In spite of the significant amount of international cooperation in this field, challenges remain. International cooperation does not appear to have consistently applied a “twin-track” approach as cooperation focuses overwhelmingly on disability-specific projects and less on mainstreaming disability rights into broader international cooperation.

Ein Großteil der Einsendungen beschreibt in erster Linie besonders ausgerichtete Projekte für behinderte Menschen und nicht auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Um dies zu erreichen, müssten die Projekt im Sinne einer inklusiven und barrierefreien internationalen Zusammenarbeit umgesetzt sein. In Bezug auf IDDC muss internationale Zusammenarbeit mit einem sogenannten zwei-gleisigen Ansatz (Twin Track Approach) umgesetzt werden:

, inclusive and accessible international cooperation requires what is referred to as a “twin-track” approach to development cooperation comprising, on the one hand, disability-specific development programmes and, on the other hand, the mainstreaming of disability rights into broader development cooperation.

Dies ist aber nicht der Fall. Abschließend bleibt die Feststellung, dass gerade Projekte im Bereich der internationalen Zusammenarbeit nicht mit der UN Konvention konform gehen und im sogenannten Fürsorgeansatz verharren, die Ausgrenzung behinderter Menschen befördern und behinderte Menschen als einen starren Block innerhalb der Gesellschaft sehen.

Die Richtung internationaler Zusammenarbeit

Ein wesentlicher und klar dargestellter Aspekt des Berichtes ist die Wirkungsrichtung internationaler Entwicklung im Kontext des Artikel 32 „Internationale Zusammenarbeit“ der UN Konvention. Hier wird betont, dass diese nicht nur zwischen „entwickelten“ und „sich entwickelnden“ Ländern stattfindet – also einer klassischen Nord-Süd Denkrichtung- , sonder auch in einer Süd-Süd oder Nord-Nord Richtung. Schade, dass nicht auch die Süd-Nord Richtung erwähnt wurde, da gerade Deutschland eine echte inklusive Entwicklung, mit allen menschenrechtlichen Aspekten, notwendig hätte.

Und die Deutschen

Eine rege deutsche Beteiligung an der Studie fand statt. Besonders die GTZ und das BMZ wurden erwähnt in den Bereichen inklusive Bildung und einem Policy Papier über einen menschenrechtsbasierten Ansatz für behinderte Menschen.

Eine große Überraschung liefert dieser Bericht nicht ab. Es ist eher ein ernüchterndes Bild der Internationalen Zusammenarbeit an diesem Punkt. Es bleibt viel zu tun, und dass nicht nur in der internationalen Nord-Süd Zusammenarbeit.

So long ….

Seminare Behinderung, inklusive Entwicklung und Entwicklungszusammenarbeit

bezev und Inklusive:Entwicklung bieten 2011 wieder Seminare zu den Themen Inklusion, Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit an. Bereits 2010 haben wir zusammen ein Seminar in den Räumlichkeiten der AGEH angeboten, was erfolgreich war. Diese Initiative führen wir auch dieses Jahr weiter. Die Themen für die sechs Seminare stehen schon fest. Im Moment sind wir noch in der Klärung der Termine und der Orte. Weitere Informationen hierzu folgen bald.

Die Seminare sind:

Einführung in die inklusive Projektplanung

Die BRK fordert die Entwicklungszusammenarbeit auf, Inklusion in allen Bereichen zu berücksichtigen. Dies beginnt bei der Planung von Projekten. Behinderte Menschen müssen bereits hier in allen Bereichen berücksichtigt und beteiligt sein. Dieses Seminar gibt Hilfestellungen.
Stichworte: Twin Track Approach, Sozialraumorientierung, Empowerment, Partizipation, Logframe

Zusammenarbeit mit DPOs

Organisationen behinderter Menschen (DPOs) werden auch in Entwicklungsländern gestärkt. Oft fehlen ihnen aber die Ressourcen und das Wissen für eine aktive Gestaltung der EZ. Dieses Seminar vermittelt Werkzeuge für die Stärkung und Teilhabe von DPOs.
Stichworte: Empowerment, Teilhabe, Partnerschaft

Aufbauseminar inklusive Projektplanung: Indikatoren

Inklusion wirkt sich als Schlagwort in der EZ aus. Die Wirkungsmessung sowie Indikatorenbildung auf individueller und sozialer Ebene stellt Organisationen vor neue Herausforderungen. In diesem Seminar werden Indikatoren gemeinsam erarbeitet und in den Kontext von Livlihood Ansätzen gesetzt.
Stichworte: Evidenz, Wirkung, Inklusion, Logframe

Evaluierung und Monitoring inklusiver Projekte

Das inklusive Projekt ist bewilligt und die Partner haben sich an die Arbeit gemacht. Halten aber die gesetzten Ziele der Realität stand und werden alle Partner an der Überprüfung der Indikatoren beteiligt? Wie kann die Durchführung eines Projektes partizipativ evaluiert und dokumentiert werden? Dieses Seminar gibt Hinweise.
Stichworte: Dokumentation, Messung, Teilhabe

Humanitäre Hilfe inklusiv gestalten

Nach der BRK haben Menschen mit Behinderung ein Recht, in humanitären Notsituationen gleichberechtigt berücksichtigt zu werden. Das Seminar beschäftigt sich mit allen Phasen der humanitären Hilfe und zeigt anhand von konkreten Beispielen auf, wie eine Inklusion behinderter Menschen praktisch umgesetzt werden kann.
Stichworte: Katastrophenvorsorge, akute Notsituation, barrierefreier Wiederaufbau

Menschenrechte, Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit

Die Einbeziehung behinderter Menschen in die Entwicklungszusammenarbeit findet oft unter den Aspekten Fürsorge statt. Durch die BRK sollen EZ Projekte im Sinne des sozialen Behinderungsmodelles weiterentwickelt werden. Dieses Seminar gibt Hilfestellungen, behinderte Menschen mit einer menschenrechtlichen Perspektive in die EZ einzubeziehen.
Stichworte: Menschenrechte, Empowerment, Soziales Modell

Für die Seminare sind wir offen für Anregungen und Anfragen. Sie können eine Email an stefan (at) lorenzkowski (Punkt) eu schicken, wenn Sie weitere Fragen haben.

So long …

Integrative Arbeitnehmerüberlassung

Die Arbeitnehmerüberlassung, besser bekannt als Leiharbeit, hat keinen guten Ruf in Deutschland. Beispiele wie die Strategie der Drogeriekette Schlecker schafften es bis in die Schlagzeilen der deutschen Medien und zeichneten ein Bild der Ausbeutung und Geringbezahlung. Und nun kommt das Magazin Menschen, der Aktion Mensch, in seiner Ausgabe 4.2010 mit einem Artikel An die Arbeit daher und behauptet schlicht das Gegenteil. Der Artikel beschreibt unter anderem das Kölner Unternehmen Füngeling Router gGmbH und den Ansatz der integrativen Arbeitnehmerüberlassung.

Teufelszeug sagen viele. Nein, eben nicht, wenn die feinen Unterschiede stimmen.

Das Integrationsunternehmen Füngeling Router unterscheidet sich von den klassischen Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Es hat keine Betriebsstätten und großen Immobilien sondern arbeitet in rund 70 Unternehmen in und um Köln. Um die 40 Mitarbeiter/innen mit Lernbehinderungen werden durch das Konstrukt integrative Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt. Die Arbeitstrainer von Füngeling Router begleiten sie in den Unternehmen und geben den behinderten Mitarbeiter/innen wie auch den Kollegen ohne Behinderung Hilfestellungen. Die Orientierung am Sozialraum ist eindeutig. Alle diese Dinge sind nicht anders als beispielsweise die Arbeitsassistenz in Hamburg. Der Unterschied liegt im Detail: die Unternehmen beteiligen sich an den Kosten der Maßnahme und zahlen die Löhne für die behinderten Mitarbeiter/innen.

Unmöglich sagen viele Einrichtungen bisher, Unternehmen wollen keine behinderten Menschen einstellen.

Dem ist nicht so. Unternehmen sind auf der Suche nach Mitarbeiter/innen in langfristigen Arbeitsverhältnissen. Eine Beteiligung an den Kosten der Einarbeitung schafft somit von Beginn an eine höhere Bindung des Unternehmens an die Mitarbeiter/innen, auch wenn sie behindert sind.
Abseits der allgemeinen Sozialpolitikmäkelei präsentiert das Magazin Menschen hier einen spannenden Artikel über die Beschäftigung behinderter Menschen, der die Mittel der Arbeitsmarktpolitik nutzt. Die integrative Arbeitnehmerüberlassung schließt die Lücke der Sozialgesetzbücher zwischen der Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Gleichzeitig weist sie auf die Mängel und den Unwillen der Akteure im Bereich Beschäftigung für behinderte Menschen hin, die mit den gegebenen Strukturen zufrieden sind und sich darin sehr gut eingerichtet haben.

So long….