Rente für Menschen mit Behinderung in Algerien

Auf einem Workshop in Bejaïa (Algerien) gestern und heute hatte ich die Möglichkeit, mit fünf algerischen Organisationen von Menschen mit Behinderung an den Themen Barrieren und Möglichkeiten im Arbeitsleben sowie individuelle Begleitung zu arbeiten.

Kontext in Algerien

Algerien ist ein relativ reiches Land, das von Erdöl Reserven profitiert, theoretisch ein Gesundheitssystem hat, das für die meisten Menschen verfügbar ist und eine recht gut ausgebildete Bevölkerung. Im Human Development Index liegt Algerien an Platz 93, von rund 186 Ländern. Andererseits sind weite Teile der Bevölkerung noch durch den Bürgerkrieg in den 90er und Auseinandersetzungen der 2000er Jahre noch traumatisiert.

Menschen mit Behinderung

Algerien hat 2009 die UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet, nicht aber das optionale Protokoll. Seit 2012 arbeitet Algerien an einem Aktionsplan für die Opfer der Minen Opfer und hat die Ottawa Konvention unterzeichnet. Eine nationale Föderation gruppiert und vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderung, diese Organisationen ist auch gut mit anderen Organisationen im Maghreb vernetztet (schrieb die Zeitung Al Watan (Registrierung erforderlich für Zugang zu dem kompletten französischen Artikel). Das ist an sich eine gute Nachricht, dass der ursprüngliche Betrag von 4000 algerischen Dinar (rund 37,00 Euro) auf 8000 algerische Dinar (rund 74,00 Euro) erhöht wurde. Diese Erhöhung stellt „kein Gehalt, sondern vielmehr die Hilfe des Staates“ dar. Also erst einmal gute Nachrichten.

Dennoch wäre es sinnvoll, nicht nur eine Erhöhung dieser Pension zu veranlassen, sondern auch Mechanismen, die verhindern, dass Menschen mit Behinderung, die einer Arbeit nachgehen, diese Pension nicht verlieren, was heute noch der Fall ist. Das Ministerium gibt weiterhin zu, keine genauen Zahlen und Daten zu der aktuellen Lage von Menschen mit Behinderung im Land zu haben: „Unsere Verwaltungen haben nicht alle Daten in Bezug auf die wirkliche Anzahl von Menschen mit Behinderung, bedauert die Ministerin“.

Es bleibt abzuwarten, wie die Veränderungen für Menschen mit Behinderung am Ende aussehen werden, welche Daten erhoben werden und wie sich die Lage bei Menschen mit Behinderung verändern wird.