Präsentation des Onlinehandbuches „Inklusion als Menschenrecht“

Das Deutsche Institut für Menschenrechte präsentierte im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung das neue Online Handbuch „Inklusion als Menschenrecht“.

Das Handbuch

Ziel des Handbuches ist es, das Verständnis von Inklusion in allen Bevölkerungsgruppen zu stärken. Dies soll erreicht werden über die direkte Ansprache von Einstellungen und der Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten. Das Handbuch ist ein interaktives Medium, das eine Vielzahl von Materialien zur Erarbeitung von Inklusion für Multiplikatoren in den Bereichen schulisch und außerschulische Menschenrechtsbildung bietet. Zentrales Element ist ein Zeitstrahl, der von 800 vor Christus bis heute reicht. Für jeden Zeitabschnitt präsentiert das Handbuch eine kurze Einführung und verschiedene Arbeitsmaterialien. Diese Materialien sind beispielsweise Biographien von wichtigen Persönlichkeiten und anwendbare pädagogische Einheiten.

Beispiel: Planspiel zu den Vorbereitungstreffen der UN Konvention

Besonders gut gelungen ist das Planspiel Planspiel: Die Verhandlungen über die Behindertenrechtskonvention bei den Vereinten Nationen in New York. Dieses Spiel wird in zwei Varianten angeboten und dauert 5-6 Stunden. Die Anleitungen sind umfassend und ermöglichen einen guten Einstieg in das Spiel.

Die Funktionen

Das Online Handbuch präsentiert sich mit einer Reihe Suchfunktionen für die einzelnen Inhalte. Sie kann für die einzelnen Perioden genutzt werden und man kann so gezielt Materialien für verschiedene Lerngruppen finden. In der erweiterten Suche können auch spezielle Unterrichtsfächer, Lernumgebungen oder Art der Materialien einbezogen werden.

Fazit

Das Handbuch macht einen umfassenden Eindruck. Die Seite ist ansprechend gestaltet und die jeweiligen Informationen können schnell gefunden werden. Sie ermöglicht das Stöbern und neugierige Suchen, um sich dieses Themengebiet eigenständig zu erkunden. Es wurde zugesagt das Handbuch weiterhin zu entwickeln, wie z.B. die Hinzufügung von Gebärdensprachfilmen.
Trotz dieses Lobes bleiben einige Punkte anzumerken für zukünftige Verbesserungen. Eine wichtige ist die fehlende leichte Sprache. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen machen die größte Gruppe von Menschen mit Behinderungen aus. Für diesen Personenkreis ist der Zugang zu dem Handbuch in der momentanen Form schwierig.

Die Presse Konferenz

Die Pressekonferenz war durch die verschiedenen Sprecher/innen spannend und es gab auch Informationen zum Themenbereich der Konvention, die sonst nicht zugänglich sind. Hier war besonders der Vortrag von Frau Theresia Degener aufschlussreich. Seit Anfang 2011 ist sie aktives Mitglied im zuständigen Komitee für die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sie erläuterte die Arbeitsweise des Komitees und betonte, dass es in der jetzigen Form keine ausreichenden Kapazitäten hat, um alle anstehenden Aufgaben zu bewerkstelligen. Das prägnanteste Beispiel ist hier die voraussichtliche Bearbeitungszeit der Staatenberichte. Der deutsche Staatenbericht wurde letzte Woche eingereicht (bis zum 23. September 2011) und würde bei den momentanen Kapazitäten erst in acht Jahren bearbeitet werden können.

Die heutige Pressekonferenz zeigte verschiedene Facetten des Themenbereiches Menschenrechte für Menschen mit Behinderung und der Menschenrechtsbildung. Leider wurde wieder einmal deutlich, wie wenig Deutschland hier die Forderungen der Konvention bisher erfüllt oder vielleicht auch nicht erfüllen will.

So long …

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