Kirgisien: Soziale Unternehmen von Menschen mit Behinderung

Karakol ist eine Stadt im Osten Kirgisiens. Es liegt 10 km östlich vom Issy Kul See, der durch einen Roman von Tschingis Aitmatov (Der weiße Dampfer), in Deutschland bekannt wurde. Karakol mit seinen rund 60.000 Einwohnern liegt in einer landwirtschaftlichen Region und ist in seiner weiteren Umgebung von bis zu 3000 Meter hohen Bergen umgeben.


Büro von Ravenstvo in Karakol/Kirgisien

Die Organisation behinderter Menschen Ravenstvo hat ein kleines Taxiunternehmen in Karakol, in dem Menschen mit Behinderung beschäftigt werden. Neben der Dispatcherin haben einige der Taxifahrer eine Behinderung. Auf die Taxigebühren dieses Unternehmens werden 10% aufgeschlagen. Davon werden Dienste für Menschen mit Behinderung finanziert, die aufgrund ihrer Behinderung starke Mobilitätseinschränkungen haben. Neben einem Fahrdienst begleiten die Taxifahrer Menschen mit Behinderung auch auf Märkte, bei Arztbesuchen und ähnliches.
Taxivermittlung in Karakol

Taxivermittlung in Karakol

Für Menschen mit Behinderung ist es schwierig in Kirgisien eine Arbeit zu finden. Die wirtschaftliche Lage im Land hat sich nach den Ereignissen von 2010 für große Teile der Bevölkerung nicht wesentlich verbessert.

Das Taxi Unternehmen von Ravenstvo geht direkt auf drei schwierige Bereiche für Menschen mit Behinderung in Kirigisien ein:

  • Menschen mit Behinderung erhalten eine Existenzgrundlage. Besonders in einem Land, wo eine reguläres Einkommen für Lehrer unter 60 EUR im Monat beträgt (ca. 3.500,00 kirigisische Som), sind diese Möglichkeiten wichtig um eine Existenzgrundlage überhalb der Armutsgrenze zu haben
  • Fehlende Dienste für Menschen mit Behinderung erhöhen ihre Abhängigkeit von Familienmitgliedern. Das Angebot von Ravenstvo erhöht ihre Unabhängigkeit
  • Menschen mit Behinderung werden sichtbar in der Gesellschaft. Dies spricht direkt die Vorurteile vieler Menschen gegenüber Menschen mit Behinderung an.

Ravenstvo zeigt auf eine schöne und gleichzeitig einfach Weise, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben möglich ist und gleichzeitig andere Menschen ohne Behinderung bereit sind, dies zu unterstützten.

So long…

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