Neue Ansätze für Integrationsunternehmen

Frau Dr. Seel, die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter hielt auf der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen einen Vortrag, der für Integrationsunternehmen neue Perspektiven öffnen könnte. Das folgende Zitat fasst die wesentlichen Aspekte zusammen:

Prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeitnehmer sind Begriffe, die eher negativ besetzt sind. Bislang fielen gemeinnützige Unternehmen, die im Bereich der integrativen Arbeitnehmerüberlassung tätig waren, nicht unter das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Wir unterstützen die Integrationsunternehmen,
die „Arbeitnehmerüberlassung“ als solides Geschäftsfeld betreiben und schwerbehinderten Menschen eine Chance zur Teilhabe bieten und setzen uns für eine Beibehaltung der bisherigen Regelung ein.

Wichtig ist hierbei: Die Arbeitnehmerüberlassung kann neue Möglichkeiten für schwerbehinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bieten, die sonst auf Werkstätten für behinderte Menschen angewiesen wären. Arbeitnehmerüberlassung ist allgemein als Leiharbeit bekannt.

Modell der Arbeitnehmerüberlassung
Modell der Arbeitnehmerüberlassung (Quelle: Wikipedia)

Die klare Erwähnung der integrativen Arbeitnehmerüberlassung gibt Integrationsunternehmen die Möglichkeit, die so oft geforderte Inklusion zu verwirklichen: Menschen mit Behinderungen können so langfristig in Unternehmen beschäftigt werden, in dem Sozialraum der erreicht werden soll, durchaus gemessen an den Realitäten des Arbeitsmarktes. Für Integrationsunternehmen heißt dies eine klarere Schärfung des Aufgabenprofils in Richtung des Arbeitsmarktes. Weiterhin besteht hier nun aber auch die Möglichkeit, Integrationsunternehmen zu entwickeln, die keine eigenen Produktionsstätten vorzuhalten, da die Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt stattfindet.
Wichtig ist bei diesem Ansatz weiterhin, dass Standards eingehalten werden müssen, um schwerbehinderte Menschen nicht in prekäre Arbeitsverhältnisse zu drücken. Dies ist, neben der Geschäftsführung, vor allem Aufgabe der Jobcoaches. Diese müssen einerseits die entsprechenden Fähigkeiten haben, in Unternehmen ihren Weg zu finden, kurz, den „Stallgeruch“ zu haben, damit sie akzeptiert werden können. Darüber hinaus müssen sie aber auch, die Fähigkeit besitzten, Arbeitsprozesse so zu gestalten, dass sie für alle Seiten positiv sind.

Kurz, es kann endlich spannend werden in diesem Bereich.

So long…

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