Unterwegs in Kirgisien

Während eines Einsatzes für eine Organisation in Kirgistan habe ich die Chance ein drittes zentralasiatisches Land kennen zu lernen, nach Usbekistan und Tadschikistan. Obwohl diese drei Länder sich stark unterscheiden in ihrer Kultur und Geschichte, gibt es gerade im Bereich soziale Sicherung und Menschen mit Behinderung viele Ähnlichkeiten:

  • Die Feststellung des Grades von Behinderung ist extrem ähnlich. Drei Kategorien gibt es für die unterschiedlichen Rehabilitationsgrade.
  • Ein enorme medizinischer Ansatz prägt den Umgang mit behinderten Menschen. Sie werden in erster Linie als Menschen gesehen, die viel und umfangreiche Unterstützung brauchen.
  • Es gibt ein Reihe Organisationen von Menschen mit Behinderung. In der Regel sind die zwei größere Gruppen: Erstens die „alten Organisationen“, die noch aus den Zeiten der Sowjetunion stamen. Zweitens „junge“ Organisationen, die sich die Sprache angewöhnt haben aber dennoch sehr altmodisch sind. So fordern sie einerseits die Teilhabe behinderter Menschen und die Einhaltung der UN Konvention, fordern aber umfangreiche Sondersysteme für Menschen mit Behinderung.
  • In der Planung für menschenwürdige Beschäftigung werden behinderte Menschen umfangreich erwähnt.

Dennoch ist es schwierig in einem Land, das vor zahlreichen Problemen steht, gerade Menschen mit Behinderung anzusprechen. Nur über mühsame Erklärungen der menschenrechtlichen Perspektive kommt man hier über die mitleidigen Ansätze hinweg.

Die sozialen gegenseitigen Bedingungen für die Teilhabe behinderter Menschen gehen oft unter, in einer Gesellschaft, die sich zum Teil versucht dem Westen anzunähern und einem Staat, der strukturell immer schwächer wird. Teilweise setzt eine Individualisierung ein, die die gesellschaftlichen Zusammenhänge schwieriger macht. In diesem Kontext ist es schwer, inklusive Ansätze mit lokalen Partnern zu entwickeln.

So long….

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