Sonderweg aus der Segregation

Die Ausbildung von Menschen mit Lernbehinderungen stellt eine Schwierigkeit in Deutschland dar. Auf Bundesebene wurden eine Reihe von Maßnahmen angestoßen, um hier höhere Zugangszahlen in die betriebliche Ausbildung zu schaffen. Genannt seien nur die Unterstützte Beschäftigung oder die Initiative Job4000. Der Erfolg stellt sich bisher nicht wesentlich ein. Immer noch sind die Zugangszahlen zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Berufsbildungswerken hoch. Von ca. 1,7 Millionen Auszubildenden hatte nur ein Anteil von 2,8% eine Behinderung (Quelle: Tabellen zum Datenreport 2010).

Ein kleines Projekt in Hannover versucht einen anderen Weg zu gehen. Hier schlossen sich zwei Unternehmen der Gebäudereinigung, ein Großklinikum und eine Großküche zusammen, um lernbehinderten Jugendlichen eine sogenannte theoriereduzierte Ausbildung zu bieten. Die Herausforderung für die Unternehmen war, bei der zuständigen Kammer (Landwirtschaftskammer) die Anforderungen für die Durchführung zu erfüllen und im Anschluss die Auszubildenden von den Agenturen für Arbeit „zu erhalten“. Erst nach langen Gesprächen und Klärungen konnten die Azubis eingestellt werden. Spezielle flankierende Maßnahmen wurden nicht ermöglicht, sondern nur auf die bestehenden Angebote außerbetrieblicher Träger verwiesen. Dies erschwerte die Ausbildung, da alle flankierenden Unterstützungen am Besten am Ausbildungsort durchgeführt werden könnten.

Dieses Beispiel belegt, dass die bestehenden Strukturen in Deutschland auf große Einrichtungen ausgerichtet sind und Unternehmen von den Akteuren in ihnen per se als „schwierig“ wahrgenommen werden. Auch wenn es entsprechende Möglichkeiten in den Sozialgesetzen gibt, werden diese nur in Ausnahmen genutzt.

So long….

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