Armuts- und Reichtumsbericht 2013 lässt ein UN BRK Verständnis von Behinderung vermissen

Das BMAS hat den vierten Armuts- und Reichtumsbericht veröffentlicht, der berechtigterweise von verschiedenen nicht-staatlichen Akteuren, wie dem paritätischem Wohlfahrtsverband wie, stark kritisiert wird.

In Bezug auf den Einfluss von Behinderung auf die Lebenslagen enthält der Bericht eine Reihe von Erwähnungen. Diese betreffen allgemeine Aspekte, den Bereich der Einkommenssicherung und die Aufzählung von bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung. Der Bericht geht im Detail auf die Aspekte Einkommenssituation, schulische Teilhabe, berufsfördernde Maßnahmen und generelle Unterstützungsmechanismen für Menschen mit Behinderung ein. Eine erste Internetschau lässt die Perspektive von Behinderung vermissen.


Bei der Analyse der Lebenslagen von Menschen mit Behinderung verbleibt die Perspektive des im wesentlichen auf der individuellen Ebene und nicht auf den sozialen Faktoren, die zu einer Behinderung führen. Ein konkretes Beispiel ist im Kapitel II.3.1.3 „Förderschule und soziokultureller Hintergrund der Schüler“ (S.94f) zu finden, in dem festgestellt wird, dass Schüler mit Migrationshintergrund sich prozentual häufiger auf Förderschulen finden. Dies wird lediglich damit kommentiert, dass gerade die individuelle Förderung zu einer Reduzierung der Defizite und somit Verbesserung der Teilhabechancen führen kann. Ein Bezug zu den sozialen und strukturellen Barrieren, die in Deutschland existieren und zu schlechteren Lebenslagen führen fehlt.

Bereits dieser erste Eindruck macht „Lust auf mehr“. Sicherlich werden sich weitere Elemente finden lassen, die nur am Rande auf die soziale Bedingtheit von Behinderung sowie die Bezüge zwischen Behinderung und Armut verweisen. Wenn dies der Fall ist, dann reduziert dies weiter die Relevanz des Berichtes.

So long….

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