2030 – Agenda und Inklusion

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Die neue Ausgabe der Zeitschrift Behinderung und Internationale Entwicklung beschäftigt sich mit der Agenda 2030 und Inklusion. Diese Ausgabe beschäftigt sich unter anderem mit dem 3. Ziel der Agenda (Gesundheit), einer behinderungsinklusiven Datenerhebung oder der Einbindung von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsdynamiken.

Inklusion bisher in der Agenda 2030 unterrepräsentiert

Für die Akteure eine inklusiven Entwicklungszusammenarbeit ist die Agenda 2030 ein wichtiger Schritt. In diesem allgemeinen Rahmenwerk werden Menschen mit Behinderung erwähnt und Inklusion an verschiedenen Stellen erwähnt und wurden allgemein begrüßt. Dennoch zeigt sich inzwischen, dass eine behinderungsinklusive Entwicklung in den Umsetzungen Gefahr läuft, nicht ausreichend berücksichtigt zu werden. In Bezug auf die Indikatoren oder auch die Mobilisierung der staatlichen Akteure fallen verschiedene Lücken in Deutschland auf. Diese Ausgabe der Zeitschrift Behinderung und Internationale Entwicklung zielt darauf die Lücken zu füllen.

Thematische Schwerpunkte der Zeitschrift

  1. Megan Smith und Jamie Grant The Inclusion and Participation of Persons with Disabilities in the 2030 Agenda: Die 2030 Agenda bietet Menschen
    mit Behinderungen eine Möglichkeit an der weltweiten Um­setzung nachhaltiger Entwicklungsprogramme mitzuwirken und dabei die UN-Konvention über die Rechte von Men­schen mit Behinderungen (BRK) als wesentliches Element zu verwenden. Koordinierte Advocacy-Arbeit über die nationa­le, regionale und globale Ebene hinaus muss die Konventi­on und andere internationale Menschenrechtsinstrumente als Orientierungsrahmen für die Implementierung der nachhaltigen Entwicklungsziele einbeziehen. Dieser Artikel zeigt einige Verbindungen zwischen der 2030 Agenda und der BRK auf und spricht Empfehlungen für thematische Schwerpunkte für Advocacy von Organisationen von Men­schen mit Behinderungen aus.
  2. Johannes Trimmel – The Sustainable Development Goal 3 on Health – A Chance to Promote Inclusive Health Systems: Gesundheit als Menschenrecht ist in internationalen Menschenrechtsabkommen verankert, vor allem im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte und der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Wissenschaftliche Studien weisen eine große Lücke in der Realisierung dieses Rechtes nach, worauf die WHO ihren globalen Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen auf¬baut. Mit der 2030 Agenda und dem nachhaltigen Entwicklungsziel 3 zu Gesundheit, wurde ein neuer internationaler Rahmen mit dem Ziel, Möglichkeiten für das Recht auf Gesundheit von Menschen mit Behinderungen zu schaffen, verabschiedet – gerade für den Bereich der flächendeckenden Gesundheitsversorgung. Dieser Artikel zeigt dieses Potential auf und gibt Anregungen für Handlungsmöglichkeiten.
  3. Natalia MattioliImplementing the Agenda 2030 – The United Nations Partnership on the Rights of Persons with Disabilities as a Multi Stakeholder Platform to Advance the Rights of Persons with Disabilities: Dieser Artikel beschreibt die Merkmale der Partnerschaft der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (PRPD) und gibt eine kurze Übersicht über die erzielten Ergebnisse in zwei Länderprojekten: Südafrika und Costa Rica. Die PRPD ist eine einzigartige gemeinschaftliche Einrichtung im Entwicklungskontext. Es ist in der Lage, normative und operative Mandate des UN Systems im Bereich der Rechte von Menschen mit Behinderungen zu integrieren, einen One UN Ansatz zu Rechten von Menschen mit Behinderungen zu fördern, den Aufbau von Partnerschaften auf Länderebene zu fördern und durch die Nutzung eines gemeinsamen Finanzierungsmechanismus eine effiziente und transparente Verwaltung zu gewährleisten. Die UN CRPD Initiativen belegen, dass sie in der Lage sind, wesentliche strukturelle Veränderungen auszulösen, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Umsetzung der UN BRK vorantreiben. Mit der 2030 Agenda, der kürzlich verabschiedeten Behinderung einbeziehenden Entwicklungsagenda, und der beginnenden Entwicklung und Umsetzung nationaler Entwicklungspläne der Länder, können die UN PRPD Maßnahmen eine wichtige Rolle in der Verbindung zwischen Umsetzungsinstrumenten der UN BRK und den Umsetzungsstrategien der nachhaltigen Entwicklungsziele einnehmen.
  4. Pauline Thivillier, Emma Jolley, Fred Smith, Dominic HaslamDisability and Agenda 2030: Piloting the Washington Group Short Set of Questions in Routine Data Systems for Measuring the Inclusion of People with Disabilities : Es ist weithin anerkannt, dass vergleichbare und zuverlässige Daten entscheidend sind, um zu erfassen, wie Länder das Versprechen der Agenda 2030 ‚Niemanden zurücklassen’ einlösen. Sightsavers als NGO auf dem Gebiet der Gesundheitsdienste und Behinderung hat eine Methode für die routinemäßige Erhebung von Da¬ten zu Behinderung in einem Gesundheitszentrum in Tansania getestet. Die Pilotstudie zeigt, dass etwa 20% der Klienten dieser Gesundheitszentren eine Behinderung angeben und stellt Schwierigkeiten aufgrund von Alter und der erhaltenen Behandlung fest. Solche Daten können zeigen wie gerechter Zugang auch in anderen Bereichen untersucht und verbessert werden kann.

Alles in Allem eine spannende Ausgabe der Zeitschrift!